Hannover, 05.10.2026 (PresseBox) – Eine neue Analyse von zwei Milliarden Aufzugsfahrten in 18 europäischen Städten zeigt, wie verschieden Städte arbeiten, sich erholen und feiern. Eines eint die Europäer, eine Infrastruktur, die für eine längst vergangene Ära gebaut wurde.
Die Befunde auf einen Blick
- München ist Europas typischste Stadt. Über alle Verhaltensindikatoren liegt sie näher am europäischen Durchschnitt als jede andere Stadt.
- Frankfurt hat den vorhersehbarsten Rhythmus Europas, mit den geringsten saisonalen Schwankungen im gesamten Datensatz.
- Hamburg geht am Samstag aus. Der Aufzugsverkehr am Samstagabend liegt 21 % über der durchschnittlichen Nachtaktivität und übertrifft den Freitag deutlich.
- Wien ist Europas Frühaufsteher, mit dem höchsten Anteil an Fahrten zwischen 5 und 8 Uhr und der frühesten Morgenfahrt aller analysierten Städte.
- Zum Vergleich, Manchester ist Europas Nachtstadt mit über 4 % aller Fahrten zwischen Mitternacht und 4 Uhr, während London mit 17 % Bürofahrten außerhalb der Kernzeit den längsten Arbeitstag hat.
- Bis zu 95 % des heutigen Gebäudebestands sind 2050 noch in Nutzung. Modernisierung entscheidet, ob Gebäude mit den wandelnden Bedürfnissen Schritt halten.
Deutschland läuft nicht in einem Takt, sondern in dreien
Die drei größten im Datensatz vertretenen deutschen Städte stehen jeweils für ein eigenes Prinzip. München für den Normalfall, Frankfurt für die Konstanz, Hamburg für den Ausbruch. Auf engem Raum zeigt sich damit fast die gesamte Spannbreite, die die Analyse europaweit sichtbar macht.
München ist Europas Durchschnitt in Reinform. Über sämtliche Verhaltensindikatoren hinweg liegt keine andere Stadt näher am europäischen Mittel, was München zum repräsentativsten städtischen Rhythmus des Kontinents macht. Wer wissen will, wie eine typische europäische Großstadt durch den Tag kommt, findet die Antwort hier. Für Planer und Betreiber ist die Stadt damit eine natürliche Referenz, an der sich andere Märkte messen lassen.
Frankfurt steht für Verlässlichkeit. Von allen analysierten Städten weist die Bankenmetropole die geringsten saisonalen Schwankungen auf. Die Differenz zwischen ihrem aktivsten und ihrem ruhigsten Monat macht weniger als die Hälfte des europäischen Normalwerts aus. Wo andere Städte im Sommer einbrechen, bleibt Frankfurt das ganze Jahr über nahezu konstant und ist damit der vorhersehbarste Rhythmus im gesamten Datensatz. Eine derart gleichmäßige Auslastung erleichtert die Planung von Betrieb, Wartung und Energieeinsatz über das Jahr.
Hamburg bricht am Wochenende aus. Der Aufzugsverkehr am Samstagabend liegt 21 % über der durchschnittlichen nächtlichen Aktivität der Stadt und übertrifft das Freitagsniveau deutlich. Damit dreht Hamburg ein Muster um, das sonst in weiten Teilen Europas gilt, wo der Freitag in der Regel die klare Spitze des Wochenendes setzt. Das Wochenende beansprucht die Anlagen der Stadt sichtbar über die üblichen Bürozeiten hinaus.
Über Deutschland hinaus fügt sich auch Wien in ein DACH-Bild des frühen Starts. Die österreichische Hauptstadt verzeichnet den höchsten Anteil an Aufzugsfahrten zwischen 5 und 8 Uhr morgens sowie die früheste durchschnittliche Morgenfahrt aller analysierten Städte.
Ein Kontinent, viele Uhren
KONE, ein weltweit führendes Unternehmen in der Aufzugs- und Rolltreppenbranche, hat Daten von fast zwei Milliarden Aufzugsfahrten in 18 europäischen Städten aus den letzten 12 Monaten analysiert und bietet damit einen Echtzeit-Einblick in die Unterschiede, wie Städte arbeiten, sich erholen und Freizeit gestalten. Dabei wird der Druck auf die alternde Gebäudeinfrastruktur deutlich, sich an die sich wandelnden städtischen Aktivitätsmuster anzupassen.
Die Analyse zeigt, dass die europäischen Städte mittlerweile dramatisch unterschiedliche Tagesrhythmen aufweisen. Die Arbeitszeiten beginnen teilweise mit mehreren Stunden Unterschied, die nächtlichen Aktivitäten variieren erheblich von Stadt zu Stadt, und das Verhalten zur Mittagszeit reicht von kurzen Pausen im Büro bis hin zu vierstündigen Spitzenzeiten am Mittag.
Im Gegensatz zu umfragebasierten Untersuchungen erfasst der Datensatz das Verhalten ohne Verzerrungen durch Selbstauskünfte und bietet somit einen Anhaltspunkt für städtische Aktivitäten, der herkömmliche Indikatoren ergänzt.
Die Extreme Europas
Im europäischen Vergleich markieren andere Städte die Extreme. Manchester erweist sich als Europas Nachtstadt. Mehr als 4 % aller Aufzugsfahrten finden zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens statt, etwa doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt und der höchste Wert aller untersuchten Städte. London hingegen hat den längsten Arbeitstag in Europa, 17 % aller Aufzugsfahrten in Bürogebäuden finden außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt.
Luxemburg verzeichnet den ausgeprägtesten Mittagsansturm in Europa, wobei die Aufzugsaktivität um 43 % über den Werten der umliegenden Stunden liegt. In einer Stadt, in der 80 % der Fahrten in Bürogebäuden stattfinden, spielt die Mittagspause nach wie vor eine wichtige Rolle. Im Gegensatz dazu beginnt das Mittagessen in Barcelona später und dauert länger als irgendwo sonst in Europa. Die Aktivität erreicht um 14 Uhr ihren Höhepunkt und bleibt vier Stunden lang auf hohem Niveau.
Alternder Bestand, die gemeinsame Herausforderung
Während die Europäer zunehmend nach unterschiedlichen Zeitplänen leben, arbeiten und ihre Freizeit gestalten, wurden die Gebäude, auf die sie angewiesen sind, größtenteils nach traditionellen Arbeitsmustern konzipiert. Da davon ausgegangen wird, dass der Großteil des europäischen Gebäudebestands bis 2050 weiterhin genutzt wird, wird die Anpassung bestehender Gebäude an moderne Aktivitätsmuster von entscheidender Bedeutung sein.
KONE befördert täglich über zwei Milliarden Menschen mit seinen Anlagen weltweit. In einem wachsenden Netzwerk aus mit der Cloud vernetzten Aufzügen wird jede Fahrt zwischen den Etagen gezählt.
Zitat Karla Lindahl, EVP für Europa bei KONE:
„Unsere neuesten Daten zeigen die vielfältigen Arten, wie Menschen Gebäude in europäischen Städten nutzen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie auf eine alte Gebäudeinfrastruktur angewiesen sind, von der der Großteil voraussichtlich auch im Jahr 2050 noch bestehen wird und die den sich ändernden oder weiterentwickelnden Gewohnheiten gerecht werden muss. Unsere Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Gebäude zu modernisieren, um den Bewohnern weiterhin Sicherheit, Komfort und Effizienz zu bieten und dazu beizutragen, dass Städte auch in Zukunft funktionieren. Technologische Fortschritte ermöglichen weiterhin eine schnellere Modernisierung von Aufzügen in Gebäuden, was den raschen städtischen Wandel vorantreibt. Wir können die unverzichtbare Aufzugsinfrastruktur mittlerweile in nur einer Woche modernisieren, um Beeinträchtigungen zu minimieren und den Aktivitätsrhythmus der Städte aufrechtzuerhalten.“
*Ausgewählte Modernisierungspakete können in nur einer Woche installiert werden, abhängig vom Aufzugstyp, dem Umfang, den baulichen Gegebenheiten vor Ort und den örtlichen Genehmigungsvorschriften. Die Angabe bezieht sich auf die Installation des Upgrade-Pakets zur Elektrifizierung und Signalisierung, nicht auf das gesamte Projekt.
Aufzugsfahrten, das städtische Aktivitätsmuster
München und Frankfurt, Europas typischste und beständigste Städte
Bei allen Verhaltensindikatoren liegt München näher am europäischen Durchschnitt als jede andere Stadt und stellt damit den repräsentativsten städtischen Rhythmus des Kontinents dar. Frankfurt weist von allen analysierten Städten die geringsten saisonalen Schwankungen auf und ist damit der vorhersehbarste städtische Rhythmus im Datensatz.
Hamburg und Paris, Europas Ausgehabende am Samstag und Donnerstag
Der Aufzugsverkehr am Samstagabend ist in Hamburg um 21 % höher als die durchschnittliche nächtliche Aktivität und übertrifft das Niveau vom Freitag deutlich. In Paris sind Donnerstag- und Freitagabende dagegen kaum zu unterscheiden, die Aktivitätsniveaus liegen nur 2 % auseinander. Europaweit ist der Freitag in der Regel der klare Sieger.
Wien und Amsterdam, die Lücke im Produktivitätsfenster
Wien verzeichnet den höchsten Anteil an Aufzugsfahrten zwischen 5 und 8 Uhr morgens sowie die früheste durchschnittliche Fahrzeit am Morgen aller analysierten Städte. Amsterdam befindet sich am anderen Ende des Spektrums. Die ersten Fahrten des Tages finden dort tendenziell später statt. Die durchschnittliche Aufzugsfahrt am Morgen erfolgt um 9:09 Uhr, eine der spätesten in Europa, und die Stadt erreicht erst um 11 Uhr ein Viertel ihrer täglichen Aktivität.
Manchester, die Stadt nach Feierabend
Der Analyse zufolge ist Manchester Europas Stadt nach Feierabend. Mehr als 4 % aller Aufzugsfahrten finden zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens statt, etwa doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt und der höchste Wert aller untersuchten Städte. Auch der Tagesrhythmus verläuft hier später als anderswo in Europa.
London, der verlängerte Arbeitstag
Londons Bürogebäude sind die am längsten aktiven in Europa. 17 % aller Fahrten mit Büroaufzügen in London finden außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt. Unter den großen europäischen Büroaufzugsflotten weist keine Stadt ein höheres Maß an Aktivität am Arbeitsplatz außerhalb der regulären Arbeitszeiten auf.
Luxemburg und Barcelona, zwei sehr unterschiedliche Produktivitätsmodelle
Luxemburg verzeichnet den ausgeprägtesten Mittagsansturm in Europa, wobei die Aufzugsaktivität um 43 % über den Werten der umliegenden Stunden liegt. In einer Stadt, in der 80 % der Fahrten in Bürogebäuden stattfinden, spielt die Mittagspause nach wie vor eine wichtige Rolle. Im Gegensatz dazu beginnt das Mittagessen in Barcelona später und dauert länger als irgendwo sonst in Europa. Die Aktivität erreicht um 14 Uhr ihren Höhepunkt und bleibt vier Stunden lang auf hohem Niveau.
Brüssel, die neue Form des Zuhauses
Brüssel liefert ein aufschlussreiches Bild der Arbeitswoche nach der Pandemie. Die Nutzung von Aufzügen in Wohngebäuden in Brüssel liegt zur Mittagszeit leicht über den üblichen Pendler-Spitzenzeiten, wobei 40 % der Fahrten an Wochentagen zwischen 10 und 16 Uhr stattfinden, was darauf hindeutet, dass das eigene Zuhause nach wie vor ein wichtiger Arbeitsort ist.
Mailand und Stockholm, die große Flucht
Keine Stadt leert sich so sehr wie Mailand. Die Aufzugsnutzung sinkt im August auf 47 % des normalen Monatsdurchschnitts in Mailand. Dies ist der stärkste saisonale Rückgang in ganz Europa. Stockholm hingegen macht seine Sommerpause früher als die meisten anderen Städte. Die Nutzung sinkt im Juli um fast ein Drittel, bevor sie im August wieder auf nahezu normales Niveau ansteigt.
Oslo und Rom, Sonntag an entgegengesetzten Enden
Sonntagvormittage spalten die europäischen Städte stärker als jede andere Tageszeit. Oslo ist sonntags der langsamste Starter in Europa. Nur 7,2 % der Fahrten mit dem Aufzug finden vor 10 Uhr statt, der niedrigste gemessene Wert, und die Stadt erreicht erst um 13 Uhr ein Viertel ihrer täglichen Aktivität. Rom bietet das Spiegelbild. Fast 12 % der Fahrten mit dem Aufzug am Sonntag finden vor 10 Uhr statt, und es ist die einzige Stadt, die bereits um 11 Uhr ein Viertel ihrer täglichen Sonntagsaktivität erreicht.
Madrid, die Wochenend-Auszeit
Madrids Bürogebäude sind in Europa am stärksten auf Werktage ausgerichtet. Nur 2,4 % der Fahrten mit Büroaufzügen in Madrid finden am Wochenende statt, der niedrigste Anteil aller analysierten Städte und ein Zeichen für eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit.
Helsinki, die Rückkehr im August
Auch in Finnland werden die Ferien im Juli genommen, sodass der August in Helsinki der Monat der Rückkehr an den Arbeitsplatz ist, in dem mehr los ist als im Jahresdurchschnitt. Die Aktivität im Sommer sinkt um nur 6 %, der geringste verzeichnete Rückgang, was ebenfalls darauf hindeutet, dass die Finnen im August eher einen Urlaub im eigenen Land genießen.
Kopenhagen, die 9-bis-5-Hauptstadt
Kopenhagen hält am traditionellsten Arbeitsalltag in Europa fest und verzeichnet die stärksten Pendler-Spitzen am Morgen und am Abend.
Hinweise für Redakteure
Die Analyse umfasst 1,96 Milliarden Aufzugsfahrten, die von KONE zwischen Juni 2025 und August 2026 in 18 europäischen Städten erfasst wurden.
Alle Fahrzeiten wurden vor der Analyse von UTC in die Ortszeit umgerechnet, wobei Fahrten, die die Mitternachtsgrenze überschritten, dem richtigen lokalen Tag zugeordnet wurden. Ohne diese Umrechnung würden nächtliche Aktivitäten den falschen Stunden und dem falschen Tag zugeordnet werden.
Die Büro- und Wohnmuster jeder Stadt wurden auf einen gemeinsamen europäischen Durchschnitt umgewichtet, sodass die Ergebnisse das Verhalten der Städte widerspiegeln und nicht davon abhängen, welche Aufzüge zufällig überwacht wurden. Alle Zahlen werden anhand der Gesamtwerte der jeweiligen Stadt gemessen.
Pro Stadt wurden 42 Verhaltenskennzahlen berechnet, aus denen 23 mögliche Persönlichkeiten definiert wurden. Die charakteristischen Verhaltensmerkmale wurden anschließend statistisch mit Z-Scores bewertet und mittels einer Optimierung, die jeder Stadt genau eine eindeutige Bezeichnung zuweist, mithilfe des ungarischen Algorithmus den Persönlichkeiten zugeordnet. Vierzehn der 18 Städte belegen bei der für ihre Persönlichkeit ausschlaggebenden Kennzahl den ersten Platz in Europa.