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Hilden, 07.10.2026 (PresseBox) – Transatlantischer Austausch: ZVO-Leiter Politik Lukas Hanstein besuchte in dieser Woche den nordamerikanischen Partnerverband NASF (National Association for Surface Finishing) in Washington D.C. Im Mittelpunkt standen aktuelle regulatorische Herausforderungen für die Branche, der Austausch mit amerikanischen Unternehmen und Experten sowie Gespräche mit Vertretern aus Politik und US-Behörden.

Das umfangreiche Programm bot Vorträge und Diskussionen mit Experten aus Recht und Industrie sowie Vertretern verschiedener US-Behörden, darunter auch aus dem Department of War. Ergänzt wurde der fachliche Austausch durch Gespräche mit US-Senatoren und Mitgliedern des Kongresses. Dabei ging es unter anderem um die Rahmenbedingungen für industrielle Wertschöpfung, Chemikalien- und Umweltregulierung sowie die strategische Bedeutung leistungsfähiger industrieller Lieferketten.

Ähnliche Herausforderungen – teilweise anderer Umgang

Schnell wurde deutlich: Viele der Themen, die die Oberflächentechnik in Deutschland und Europa beschäftigen, stehen auch in den USA auf der Tagesordnung. PFAS, Chrom(VI), Umweltauflagen und zunehmende regulatorische Anforderungen werden auch dort intensiv diskutiert.

Interessant sind jedoch die teilweise unterschiedlichen Herangehensweisen. Während die europäische Debatte häufig stark auf die Substitution oder Beschränkung von Stoffen ausgerichtet ist, steht in den USA stärker die Frage im Mittelpunkt, wie notwendige Stoffe und Verfahren unter sicheren Bedingungen weiterhin eingesetzt werden können.

Dies gilt insbesondere dort, wo Verfahren für industrielle Wertschöpfung, kritische Lieferketten oder sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen benötigt werden. Die Diskussion dreht sich damit nicht allein um die Frage, ob ein Stoff problematische Eigenschaften besitzt, sondern auch darum, wie Risiken technisch beherrscht, Emissionen reduziert und gleichzeitig notwendige industrielle Fähigkeiten erhalten werden können.

Für die deutsche und europäische Oberflächentechnik ist dieser Ansatz von besonderem Interesse. Auch der ZVO setzt sich bei der Regulierung von PFAS und Chrom(VI) dafür ein, Umwelt- und Gesundheitsschutz konsequent mit technischer Machbarkeit, Verhältnismäßigkeit und der tatsächlichen Verfügbarkeit geeigneter Alternativen zu verbinden.

Im Rahmen des Programms präsentierte Lukas Hanstein den amerikanischen Unternehmern und Branchenvertretern die aktuelle europäische Regulierungslandschaft und die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen der Oberflächentechnik.

Im Mittelpunkt standen insbesondere REACH, die geplante PFAS-Beschränkung und die Regulierung von Chrom(VI). Dabei wurde deutlich, welche Auswirkungen regulatorische Entscheidungen inzwischen auf Investitionen, Produktionsverfahren und die langfristige Verfügbarkeit bestimmter Technologien in Europa haben können.

Zugleich bot der Austausch die Gelegenheit, die Erfahrungen der europäischen Industrie mit den amerikanischen Partnern zu teilen – durchaus verbunden mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass Europa nicht bei jeder regulatorischen Entwicklung als Vorbild dienen sollte.

Hinter diesem humorvollen Hinweis steht jedoch eine ernsthafte industriepolitische Frage: Wie lassen sich hohe Umwelt- und Gesundheitsstandards gewährleisten, ohne Technologien und industrielle Wertschöpfung aus dem eigenen Wirtschaftsraum zu verdrängen?

Regulierung muss Lösungen ermöglichen

Der Besuch hat gezeigt, wie wertvoll der transatlantische Austausch gerade für die Oberflächentechnik ist. Die Branche steht in Europa und Nordamerika vielfach vor vergleichbaren technologischen und regulatorischen Herausforderungen. Unterschiedliche politische und regulatorische Ansätze bieten deshalb die Möglichkeit, voneinander zu lernen.

Für den ZVO bestätigt sich dabei eine zentrale Forderung seiner politischen Arbeit: Regulierung muss sich stärker an tatsächlichen Risiken, Emissionen und technisch erreichbaren Lösungen orientieren. Stoffe und Verfahren, die für zentrale industrielle Anwendungen unverzichtbar sind und für die keine technisch und wirtschaftlich gleichwertigen Alternativen zur Verfügung stehen, benötigen einen regulatorischen Rahmen, der ihren sicheren Einsatz weiterhin ermöglicht.

Gleichzeitig darf nicht unterschätzt werden, welche Ressourcen eine immer komplexere Regulierung in den Unternehmen bindet. Fachkräfte, die mit zusätzlichen Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten beschäftigt sind, fehlen an anderer Stelle für Innovation, Investitionen, Umweltschutz und die Weiterentwicklung der Produktion. Ein glaubwürdiger Bürokratieabbau muss deshalb auch bedeuten, bestehende Anforderungen tatsächlich abzubauen, wenn neue hinzukommen.

Partnerschaft über den Atlantik stärken

Neben den fachlichen Erkenntnissen stand deshalb vor allem eines im Mittelpunkt der Woche: der direkte Austausch. Die Gespräche mit Unternehmen, Experten, Behördenvertretern sowie Senatoren und Kongressabgeordneten haben gezeigt, dass die Zukunft industrieller Wertschöpfung auf beiden Seiten des Atlantiks eng mit verlässlichen und praxistauglichen politischen Rahmenbedingungen verbunden ist.

Der ZVO wird den Austausch mit der NASF daher weiter intensivieren. Gerade bei international diskutierten Stoffen wie PFAS und Chrom(VI) ist es wichtig, Erfahrungen über Ländergrenzen hinweg auszutauschen und gemeinsam für Lösungen einzutreten, die Umwelt- und Gesundheitsschutz mit einer wettbewerbsfähigen Industrie verbinden.