Hilden, 06.07.2026 (PresseBox) – Wie sich galvanische Prozesse durch intelligente Automatisierung, Robotik und digitale Vernetzung produktiv, sicher, flexibel, effizient und wirtschaftlich gestalten lassen, zeigen vier OT-Vorträge am Morgen des 18. Septembers 2026.
Die Beschichtungsbranche steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: steigende Kosten, Fachkräftemangel, hohe Qualitätsanforderungen und zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck. Klassisch manuell geprägte Prozesse stoßen dabei zunehmend an ihre wirtschaftlichen und technologischen Grenzen.
Beispielsweise ist eine wirtschaftliche galvanische Beschichtung in der Regel erst bei großen Bauteilserien möglich. In der Luftfahrt hingegen wird bereits ab Einzelteilfertigung eine außergewöhnlich hohe Schichtqualität und Reproduzierbarkeit verlangt. Die dafür erforderliche Flexibilität bei zugleich geringen Prozesskosten lässt sich nur durch innovative technische Weiterentwicklungen realisieren. Der erste Vortrag der Session beschreibt die umfassenden Umbauten, Erweiterungen und Modernisierungen der mit dem Leipziger Galvanopreis 2021 prämierten robotergestützten Galvanikanlage mit automatisierter Bauteilbewegung und integrierter Inline-Prozessüberwachung für Kleinserien im Flugzeugbau.
Humanoide Roboter gelten als nächster Entwicklungsschritt in der industriellen Automatisierung: Sie kombinieren eine menschenähnliche Kinematik mit KI-basierter Wahrnehmung und sollen perspektivisch dort arbeiten können, wo Anlagen, Werkzeuge und Arbeitsplätze ursprünglich für Menschen ausgelegt wurden. Während traditionelle Industrieroboter in abgeschotteten Zellen hochstandardisierte Aufgaben übernehmen, versprechen humanoide Systeme mehr Flexibilität in dynamischen Umgebungen mit häufig wechselnden Anforderungen. Die Oberflächentechnik stellt hierfür ein besonders spannendes, aber herausforderndes Einsatzfeld dar. Ein Vortrag beleuchtet, ob und wie humanoide Roboter hier zum Einsatz kommen können.
Der folgende Vortrag zeigt anhand praxisnaher Applikationsbeispiele auf, wie die konsequente Anwendung moderner Automatisierungs-, Digitalisierungs- und KI-Technologien den Wandel von der traditionellen Beschichtung hin zu einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Industrie im Sinne von Industrie 5.0 ermöglicht. Im Fokus stehen dabei nicht reine Automatisierung, sondern flexible, modulare Systeme, die den Menschen unterstützen, Prozesse stabilisieren und Qualität reproduzierbar absichern. Der letzte Vortrag beschreibt die Entwicklung und Umsetzung einer hochautomatisierten Bestückungs- und Entnahmeanlage für galvanische Prozesse. Herzstück der Anlage ist die Robotik, die durch hohe Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit überzeugt. Durch das gleichzeitige Greifen mehrerer Bauteile wird ein Durchsatz von über 1.000 Teilen pro Stunde erreicht, bei Taktzeiten von unter drei Sekunden – abhängig von Bereitstellungsart, Bauteileigenschaften und Gestellkonfiguration.